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Der Schutz des Südpolarmeeres

Das Südpolarmeer ist eines der letzten Wildnisgebiete dieser Erde. Obwohl es zu den kältesten, trockensten und windigsten Gebieten auf diesem Planeten zählt, sind in den kalten Gewässern tausende von Arten zu finden, die es sonst nirgendwo mehr gibt, von glitzernden Seesternen über leuchtende Würmer bis hin zu pastellfarbenen Riesenkraken. Es ist auch die Heimat von Millionen von Pinguinen, die auf große Krillschwärme – winzige, garnelenähnliche Krebstiere – und andere Futterarten, welche die Basis eines empfindlichen Nahrungsnetzes bilden, angewiesen sind. Wissenschaftler glauben jedoch, dass sich dieses Ökosystem aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels und der Temperaturen, die hier schneller steigen als fast überall auf der Erde, verändert.

Zum Erhalt dieser spektakulären Region arbeiten The Pew Charitable Trusts und seine Partner mit der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources - CCAMLR) sowie deren Mitgliedsregierungen an der Erstellung eines Netzwerks aus großflächigen Meeresschutzgebieten (MPAs, marine protected areas) rund um die Antarktis.

Die CCAMLR hat sich auf einen Rahmen für die Schaffung eines solchen Netzwerks geeinigt und neun Gebiete definiert, die geschützt werden sollen. Drei Vorschläge für ein MPA werden derzeit geprüft: die Gewässer vor der Ostantarktis, das Weddellmeer und die Antarktische Halbinsel.

Zu diesem Netzwerk gehört auch das weltweit größte MPA im Rossmeer, das die 25 Mitgliedsregierungen der CCAMLR im Konsens beschlossen haben, 2016 zu schaffen. Dieser Beschluss trat am 1. Dezember 2017 in Kraft und schützt nun 2,06 Millionen Quadratkilometer oder fast 800.000 Quadratmeilen.

Die Gewässer der Ostantarktis, die südlich von Australien liegen, weisen tiefe Canyons und Schluchten auf und beherbergen eine Vielzahl von Arten, darunter Adélie- und Kaiserpinguine, große Robbenkolonien und den wichtigsten Raubfisch der Region, den Antarktischen Seehecht. Weitere Forschungsarbeit in diesen Gewässern ist notwendig, um mehr darüber zu erfahren, wie diese Arten interagieren und ihre jeweilige Rolle im Ökosystem der Region erfüllen. Das Weddellmeer ist eine abgelegene, eisbedeckte Bucht östlich der Antarktischen Halbinsel. Weit unter dem Eis trifft man auf Lebewesen, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind, wie z. B. einzigartige Arten von Glasschwämmen und Kaltwasserkorallen. Die Region beheimatet auch verschiedene Populationen von Fischen, Seevögeln und Meeressäugern, darunter Kaiser- und Adéliepinguine, antarktische Sturmvögel und Weddellrobben.

Die Antarktische Halbinsel ist eines der biologisch bedeutendsten Gebiete des Südpolarmeeres und hat die Auswirkungen eines sich verändernden Klimas bereits stärker als die meisten anderen Regionen der Erde erlebt. Es ist auch die Region, die am meisten von Touristen besucht wird und die am stärksten befischt wird, um den Antarktischen Krill zu fangen. Die Erwärmung in der Region führt zu wechselnden Witterungsbedingungen und zu einem erheblichen Rückgang der Meereisbildung. Meereis ist ein kritischer Winterlebensraum für Adélie- und Kinnriemenpinguine, Krabbenfängerrobben und antarktischen Krill. Zusammen mit der intensiven Krillfischerei in Küstengebieten belasten diese veränderten Bedingungen dieses empfindliche Ökosystem und seine bemerkenswerte Artenvielfalt.

Pew setzt sich nicht nur für vollständig geschützte Meeresreservate ein, sondern unterstützt auch die Entwicklung ökosystemgestützter Fischereimanagementmaßnahmen für die Krillfischerei in der Antarktis, um den Wettbewerb mit Arten zu minimieren, die auf diese Krebstiere als Nahrungsgrundlage angewiesen sind.

Our Work

CCAMLR 101: How to Protect Antarctica's Marine Life