Die Arbeit von Pew konzentriert sich auf eine wirksame Umsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik in den nordwesteuropäischen Gewässern. Ende 2013 einigte sich die EU auf eine neue, naturschutzorientierte Fischereipolitik, die rechtsverbindliche Zielvorgaben beinhaltet, um die Überfischung zu beenden und die Rückwurfmengen in EU-Gewässern bis 2020 drastisch zu verringern. Die Richtlinie trat offiziell am 1. Januar 2014 in Kraft.

Die EU übt enormen Einfluss auf die internationalen Fischereien und die Meerespolitik aus. Sie verfügt über die drittgrößte Fischereiflotte der Welt und ist der größte Fischimporteur und -exporteur. Diese Faktoren haben häufig zu behördlichen Maßnahmen geführt, die die Überfischung der Wildfischbestände fördern. Die neue Gemeinsame Fischereipolitik hingegen verpflichtet die EU zur Umsetzung der Vorschriften überall dort, wo ihre Flotte fischt.

Warum nordwesteuropäische Gewässer?

Diese Region besteht aus der Nordsee, der Keltischen und Irischen See sowie dem Atlantik westlich von Schottland. Sie ist geologisch vielseitig, von den tiefen Fjorden und steilen Klippen der norwegischen und schottischen Küsten bis hin zu den sandigen Stränden und breiten, äußerst fruchtbaren Schlickwatten im Süden. Die Ökosysteme der Region sind jedoch extremen Belastungen durch die hohe Bevölkerungsdichte und die starke Industrialisierung, darunter die gewerbliche Schifffahrt und Energiegewinnung, ausgesetzt.

Seit mehr als einem Jahrhundert werden die Fischbestände der nordwestlichen Gewässer Europas massiv überfischt. Viele Bestände, wie beispielsweise der Kabeljau, sind dadurch stark reduziert oder erschöpft. So waren 2013 rund 48 % der bodenlebenden Fischbestände, für die wissenschaftliche Daten vorliegen, überfischt.

Zudem arbeitet Pew auf eine EU-Verordnung zum Schutz gefährdeter Tiefseelebensräume in diesen und anderen Gewässern hin. Tief unter der Oberfläche unserer Meere liegen ganze Gebirgsketten, die mit sehr alten Korallen, Schwämmen und anderen ungewöhnlichen Kreaturen bedeckt sind.  Diese empfindlichen Ökosysteme der  Tiefsee sind über viele Jahrhunderte gewachsen, können jedoch innerhalb weniger Stunden durch die industrielle Grundschleppnetzfischerei zerstört werden. Seit 2004 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Länder wiederholt dazu aufgerufen, umgehend Maßnahmen zur Regulierung der Tiefseefischerei und insbesondere der Grundschleppnetzfischerei zu ergreifen, um die gefährdeten Ökosysteme der Tiefsee zu schützen.

Im Juli 2012 hat die Europäische Kommission einen Gesetzentwurf zur vollständigen Überarbeitung der Verordnung für die Tiefseefischereien im Nordostatlantik vorgelegt, da die gültige Verordnung für unbrauchbar erachtet wurde. Der Vorschlag sieht den schrittweisen Abbau der gezielten Grundschleppnetz- und Grundkiemennetzfischerei durch EU-Flotten vor. Doch bevor der Vorschlag angenommen werden kann, muss er sowohl vom europäischen Parlament als auch vom Rat der Fischereiminister der 28 Mitgliedsstaaten der EU genehmigt werden. Pew setzt sich dafür ein, dass dies auch geschieht.

Unsere Ziele

Zur Förderung einer wirksamen Umsetzung der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik treten wir ein:

  • Für die Beendigung der Überfischung in den nordwesteuropäischen Gewässern. Wir appellieren an  die EU-Mitgliedsstaaten, Fangbeschränkungen festzulegen, die eine Rückführung der Bestände auf ein nachhaltiges Niveau ermöglichen.
  • Für den Schutz gefährdeter Spezies und Ökosysteme in der Tiefsee. Wir fordern EU-Maßnahmen, die die vereinbarten Resolutionen der Vereinten Nationen zur Regulierung der europäischen Grundfischereiflotten wirksam umsetzen.
  • Für ein Europa, das sich künftig durch ein Fischereimanagement auszeichnet, das umweltfreundlichere Fischereirichtlinien für EU- und Nicht-EU-Gewässer sowie all jene Teile der Welt einführt, in denen Schiffe unter europäischer Flagge fischen.
Take Action
Für ein Ende der Überfischung in Nordwesteuropa
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